Zartes Wesen

Zartes Wesen Menschenkind
Lausch dem Seufzer deiner Seele
Rasch verfliegst’ im sanften Wind
…wie eine leichte Sommerbrise

Lausch dem Klang des leisen Lebens
Gib dich hin in Poesie
Träume sind niemals vergebens
Dorthin… kannst du stets entfliehen

Fühl die Sanftheit deines Seins
Vergangenheit- Erinnerung
Verblichen und vergessen, scheint’s
Leb das Schöne… den Moment.

Gräm dich nicht der lauten Zeit
…mach dich nicht fürs Leben blind
Horche auf was dir noch bleibt
Gib dich nur dem Lauen hin

Treibe mit den Sehnsuchtswellen
Lass dich von Gefühlen leiten
Träumend liegend zu den Sternen
Schau nicht nach verflogenen Zeiten

Zartes Wesen Menschenkind
Mikroben klein im Weltenall
Wie vergänglich wir doch sind
…wie ein tauend’ Eiskristall.

15 Sep17

Seelenschatten

Lauf mir voraus du mein Schatten
Bewege dich im Spiel des Sonnengangs
Lauf voraus du mein Schatten
Kannst dich lösen von mir.

Sprenge die Fesseln mein Schatten
Halt nicht fest an mir
Lös dich von mir mein Schatten
Schreite mir voraus.

Such für mich die Freiheit mein Schatten
Sei mein freier Wille
Suche meine Freiheit Schatten
Löse dich von mir.

Seelenschatten befreie dich
Denk an mich, vergiss mich nicht
Sei du frei, du mein Schatten
Ich muss hier weilen.

29 Juli 2017

Augenblicksmomente

Viele winzige Dinge geschehen an nur einem Tag
Doch überrennen wir sie
Schenken ihnen keine Beachtung
Verschwenden keine Gedanken
Weil wir der Zeit nicht nachkommen können.

Der erste Klang einer Amsel
Ein früher Sonnenstrahl, der durchs Geäst bricht
Ein Zitronenfalter, der den Frühling begrüßt.
Die Stille im Wald!

Die Mutter, die winkend ihr Kind verabschiedet.
Kinder die Hand in Hand, laut lachend, singend,
mit dem Ranzen auf dem Rücken,
sorglos ihren Schulweg antreten.

Der Fluss der seit tausenden Jahren gemächlich dahin fließt.
Der Duft nach gemähtem Rasen.
Hand in Hand auf einer Wiese liegen,
Wolken formen,
verrückte Dinge tun.

Der Duft des Regens nach einem Gewitter
…nach einem schwülen Tag.
Ein freundliches, stilles Lächeln der Kassiererin
Ein freundliches, stilles Lächeln des verliebten Pärchens,
weil es ihr Glück teilen möchte.

Ein dankbares Lächeln einer alten Frau, der Du die Tür aufhältst.
Die winzigen Augenblicke der Zweisamkeit, die so rasch vorübergehen.
Ein letzter roter Sonnenstrahl, der auf altem Gemäuer bricht.
Der letzte Laut einer Amsel.

Die Nachtigall, deren Klang so herrlich ist, dass nur Verliebte ihn vernehmen.

Es geschehen so viele winzige Dinge an nur einem Tag.
Manche Dinge möchte man halten,
Augenblicke zu Stunden werden lassen.
Einfach tun, einfach machen!
Kleine Augenblicksmomente möchte ich sie nennen.

Baum des Lebens

Baum, warum nur ich, warum?

Im kühlen Schatten Mittagsglut,
träumt sie dort ihr Leben.
Beschützt vom Dache jenes Baumes,
den man nennt, der Baum des Lebens.

Warum, ach Baum, nur leide ich?
Warum nur hab ich solche Qualen?
Warum, ach Baum, warum nur ich?
Hab ich nicht ein Recht auf Leben?

Als gäbe er Antwort der quälend’ Fragen
Als flüstert jedes Blatt ein Wort
Als könnt sie hören, was sie sagen
An diesem Stillen wohlig’ Ort.

Die Antwort fiel dem Baum nicht leicht
Denn Wahrheit ist ein scharfes Schwert
Doch hat’s sein altes Herz erweicht
Denn Zweifel ist auch Seelenschmerz.

Nicht Sinnlos wird der Mensch geboren
Ein jeder hat sein’ Platz auf Erden
Ein jeder hinterlässt auch Spuren
Diese sind’s, die dein Leben prägen.

Ein Kind erblickt nur kurz die Welt
Ein Junges Leben nur auf Zeit
Das, was du bist, das zählt
Das, was du warst, das bleibt.

Ein Seelenleben wirst du führen
Wandern nur auf grünen Wiesen
Vergangenes wirst du sehen
Manch’ Vorangegangenem begegnen.

Ein Engel wirst du sein auf Zeit
In einem Meer von Liebe weilen
Ein steter Sommer der Heiterkeit
Wirst niemals mehr an Qualen leiden

Aber Baum warum die Schmerzen?
Warum nur muss ich Leiden?
Ach Baum, möchte nur noch schlafen
Wann Baum, muss ich scheiden?


Die Antwort Kind auf diese Fragen
Sucht der Mensch seit Anbeginn
Im Himmelreich… wirst du’s erfahren
Dort erfährst du deinen Lebenssinn.

So lehn dich still an meine Rinde
„Und sanft wiegt sich nun die alte Eiche“
Lausche nur dem Blatt im Winde
Die warme Sonne soll dich streicheln.

Schließe deine tränend’ Augen
Im Seelenflug dahin sanft schweben
Es ist als würdest du träumen
Um Aufzugehen, im ewigen Leben.

Juni 2011

Krebs

Gestern las ich einen Post in der Gruppe Freigeister- Poesie und Philosophie über einen jungen, zielstrebigen Mann, der alles erreicht hat- hat?

Dort beschreibt er seine jetzige Situation.

Er ist sterbenskrank und hat nur noch wenige Monate zu leben.

Zwei Kinder und Ehefrau muss er zurücklassen. Es fällt ihm schwer, diese schlimme Nachricht seiner kleinen Familie zu offenbaren. Das hat mich veranlasst, dieses Gedicht zu schreiben:

Was habe ich gelacht
Was habe ich für Spaß gehabt
Das war doch gerade erst.

Was habe ich vollbracht?
Hab ich alles geschafft?
Und plötzlich, plötzlich wird es Nacht!
…Ich habe Angst…

Meine Mädels sind noch so jung!
Sie brauchen mich doch noch!
Mit Rat und Tat zur Seite steh’n,
das möchte ich!
Das ist doch die Lebensrolle eines Vaters?

Werden sie den Lebensanforderungen gerecht?
Werde sie im leben bestehen?
…ohne mich…

Ihr ganzes Leben liegt noch vor ihnen.
Ich werde es nicht sehen, nicht erleben.
Was würde ich dafür geben
Gesund zu sein.
…Zu leben…

Meine Frau, sie so ist wunderschön.
Eine wunderbare Liebe wurde mir zuteil.
Du, meine Liebste wirst mir fehlen
Sind wir doch:
Zwei ineinander verschlungene Seelen
So war es immer
…wird es immer sein…

Weißt Du noch damals?
Wir waren so voller leben, so unbeschwert.
Das ganze Leben sollte noch vor uns liegen.
Wir hatten doch… noch… so viele…Pläne…

Und nun?
Der Krebs, er frisst mich auf.
Höhlt meinen Körper aus.
Drei Monate,
vielleicht… noch sechs…

Ich habe noch soviel zu tun,
zu erledigen… bevor…
Und plötzlich… wurde es Nacht
Doch weint nicht,
ich bin hier oben.
…Mir geht es gut…

Ich habe keine Schmerzen mehr
Es ist warm, behaglich
Die Sonne scheint
…anders…
Aber sie scheint…
Die Farben sind satt und leuchtend
Pralle Farben…
Sattes Grün…

Ich werde es euch zeigen…
Wenn wir uns… alle… wieder… sehen

Bis da hin, schaue ich von oben auf euch herab
Begleite, behüte und beschütze euch,
werdet ihr immer meine Liebe spüren.

09Aug17

(Koma) Nicht lebendig und nicht Tod

Im Jahr 2005 hatte ich einen Darmdurchbruch. Wochenlang lag ich im Koma, dreimal ins Leben zurückgeholt, zig Operationen, über ein Jahr einen künstlichen Darmausgang. In dieser Zeit verfolgten mich grausige Albträume, Halluzinationen, Tagträume. Besonders schlimm waren die Komaträume!

Liege stumm an Schläuchen gebunden

Ausgemergelt ist mein Körper
Kann den Weg zurück nicht finden
Bin dem Tode schon so nah.

Halluzinationen sind meine Begleiter
Verfolgen mich bis in den Wahn
Ich bin ein einsamer Träumereiter
Der nicht laufen, nicht fliehen kann.

Wie von Solschenizyn einst geschrieben
Lieg ich in Russland auf der Krebsstation
In einem Flur Reih an Reih sie alle liegen
Ein stilles Siechen, Wände in grauem Ton
Den Schädel wollen sie dir auftrennen
Todesangst in mir, kann nicht flieh’ n
Kann mich nicht bewegen, mein Körper streikt
Oh, bitte verschwind’ du grausig’ Halluzination.

Sie wollen mich ausweiden, an mir experimentieren
Noch ein Bett… ich werd der Nächste sein
Tiefe Augenhöhlen… dunkle Gestalten um mich steh’n
Mit dem Skalpell in der Hand sie diskutieren
Wie sie mich verstümmeln, öffnen, um nachzusehen
Tränen in den Augen… mehr lässt mein Körper nicht zu
Ich bin dran… es ist soweit… nun wird’s geschehen
Ich will schreien doch niemand hört… mein stilles Mühn.

Das Bett… es rollt…
…ein nie endender Gang
Will zittern, doch meine Glieder sind willenlos.

Ein Raum mit schmutzig grauer Kacheln…
Blut an der Wand…
Traum, nun hör doch endlich auf, meine Angst ist so groß.

Eine Greisin spricht zu mir, hör wie von Fern nur ihren Ton
Die Spritze in ihrer Hand… vor meinen Tränen fließenden Augen
Gott gebe meine Seele frei, lass mich gleiten in den Tod
Spür nicht ihren Stich, treib in ein Nichts davon.

Stille, Ruh und Frieden, nicht ein einziger Traum
Nur eine Hülle gebunden an Schläuchen
Verrottend in einem abgeschottetem Raum, einem Sterilen
Ein klaffend blutend großes Loch im Bauch
Verziert mit allerlei Binden.
Ein monotoner Klang der Lebensmaschinen

Doch irgendwas in mir hört nicht auf, mein Herz will schlagen,
Bis ich spür’ die warme Hand, der ich wohl mein Leben verdank?

Dezember 2009

Seelenstern (Demenz)

Schau in deine leeren Augen
Ein starrer Blick…
…geradeaus
Bist fern von dieser wahren Welt
Wo bist du jetzt…
…wo ist dein Zuhaus?
Wo ist…
deine Sternenwelt?

Wo hast du gelebt in all’ deinen Jahren?
Hast du geliebt, geweint, gesorgt?
Warum musste es mit dir geschehen?
Sind deine Gedanken für immer fort?
Bist gegangen…
…ohne zu fragen!

Wende mich deiner zu
Erwecke dich für einen Moment
Streichle deine weise Hand
Doch sind wir alle für dich fremd
Bist allein…
…in deinem Land

Ein warmes Wort
…Zuwendung…
Du schaust mich an…
…schaust du mich an?
Ich lächle
…du lächelst zurück
Für einen Herzschlag…
Breche ich deinen Bann
Sekunden nur…
…ein kleines Glück!

Glauben… Hoffnungsmomente
Nein…
…für immer sind sie nicht fort.
Nur dem menschlichen Begreifen fern
Sie sind an einem anderen Ort

Doch wo…
…wo leuchtet ihr Seelenstern?

Drang

Es ist des Menschen steter Drang
Ja gar ein arger Zwang
Zu streben nach dem Höheren…
…und an Grenzen stoßend

Der Lohn zumeist Erkenntnis
Wozu er fähig ist
Erkenntnis ist der Weg zur Weitsicht
Doch macht er oft sich selber blind

Sein Reservoir scheint unerschöpflich
Sein Potential unermesslich
Doch des Geistes Wissenskraft…
…scheint leider nur begrenzt

Verkümmert manches Daseins Denken
Ach was ist das Wesen klein
Gebraucht er doch vom Lebenssinn…

Man würd so gern dem Jetzt entfliehen
Dem täglich’ Trott… den Mühen
Doch wären wir dort glücklicher?
Wer wagt kann nur gewinn’

Zwar sind wir an dem Hier gebunden
Gebändigt an das Wirkliche
So können wir bei Zeiten nur…
Dem wahrem Leben uns entziehen

So ist das Leben wie es ist…
Was wär wenn wir dem Drang nicht folgten
Nicht an unsre Grenzen kämen
Wenn wir als Kleingeist uns verdammten?

Dann gäbe es die Dichtkunst nicht
Die fernen Reisen um die Welt
Das Greifen zu den Sternen nicht
Nicht ein einzig` Sagenheld

Man spürte auch die Sehnsucht nicht
Die Leidenschaften nicht
Manch Bedürfnis
Die Weltanschauung wär vernebelt
Es gäbe keinen Wissensdrang

Drum gehen wir an unsere Grenzen
Drum schöpfen unseren Geist wir aus
Drum träumen und verwirklichen wir
Es ist der stetig Drang zum Leben
Schnee fällt auf meine Seele


Schnee fällt auf meine Seele
Die Sonne singt am End der Welt
Der Mond ist silbernklar…
Kalt…
…und unnahbar…
…am Zelt

Schnee fällt auf meine Seele
Möcht ich doch im Scheine tanzen
Im Sternenstaub…
…im Reigen mich bewegen
ein Nichts
… ist diese Welt

Schnee fällt auf meine Seele
Die Erde dreht sich stumm im Kreis
Mein Daseinsdrang…
…will leben
Doch Kümmernis…
…beherrscht mein’ Geist

Schnee fällt auf meine Seele
Der Wüstensand er wandert nicht
Das Meer es schweigt
…Gezeiten still
Das Dunkel herrscht
…verdrängt das Licht

Der Menschen Macht
…zerstört die Welt
Vorahnung lässt mich Grauen
Die Existenz…
…vertilgt sich selbst
Bis der Schnee die Welt umhüllt

Schnee fällt auf meine Seele
Der Wind weht lau…
…vom Nirgendwo
Sanft streicht sein letzter Atem
…meine Seele sehnt…
…nach Elysium…

27Aug17

Befangenheit

Ist’s im Leben nicht so:
Suchen wir nicht unseren Platz?
Jeder Mensch auf eigne Weise
Geht im Stillen er auf Reise
…er sucht seinen Pol.

Mag ein jeder es vertreiben
Gedanken nach jener Freiheit
Sich fragen nach seinem
Ich
Welch` Mensch berührt es nicht
Verdrängen heißt…
…stehen bleiben.

Geborgenheit in dem wie es ist
Gefangen…
…in sich selbst
Der stille Schrei im Inneren tief
Den niemand vernimmt
weil dein Seelenschrei…
…in dir ist

Meiner Angst will ich entsagen
Seelenfrei will mich hingeben
Wohin es mich auch treibt
Dort ist das wahre Leben
Nichts andres…
ist mein Streben.

Sternensucher

Ich ging hinaus, um ihn zu finden
Die Suche nach meinem Sinn
Dem` Trübsal wollt` ich entschwind´
So folgte ich dem Himmelswind

Hoffnungslos sucht` ich mein Stern
…schaute auf das Firmament
Doch war er mir so fern
war mir nie ein Glück vergönnt

Eine Frau kam mir entgegen
Runzlig, bucklig, alt mit Falten…
…„soll ich aus deinen Händen Lesen?“
Ich ließ es zu und ließ sie walten

„Noch wirst du suchen eine Zeit
Doch darfst dich auch nicht grämen
Dein Weg…
…er ist gewiss noch weit
sei nicht betrübt, du wirst ihn finden“

Mit Worten, die mich mutig Stimmten
Ging nun weiter meine Reise
Meinen Stern, den wird` ich finden
Gewiss auf unbestimmte Weise

So folg` ich nun dem Weg der Winde
Ein ruheloses Wandeln
Bis ans Ende aller Himmelsmeere
Dort…
…möcht ich meine Sterne ordnen

Das war im November 2009

Und nun:

Vor acht Jahren sucht` ich meinen Stern
Aufgegeben hab ich nie…
Manchmal schien er mir so nah
Doch dann wieder so fern

Geduld wurde meine Tugend
Zuversicht meine Hoffnung
Glaube, meine Kraft
Liebe… mein Stern

07Ok17

Missbrauchte Reinheit

Vernichtet ist ihre Leichtigkeit,
an einem Sommermorgen.
Unbesorgter Lebensfrühling,
zerbrach an einem Tag.

Der Zukunftstraum er ist davon,
gebrochen ist ihr Lebenswille.
Schwelgt ihr Dasein in Einsamkeit,
hasst ihr einst gelebtes Leben.

Vertrauensselig folgte sie,
nichts ahnend was geschieht.
In einen kalten Kellerverlies,
dort nahm er ihre Leichtigkeit.

Beschmutzte ihre Reinheit.
Die Fratze, lachend, boshaft.
Mordet ihre Kindheit,
um der Bestie willen Trieb.

Bemächtigt sich der reinen Seele.
Rücksichtsloses Quälen.
Nicht einer hört ihr flehendlich Weinen,
niemand hört ihren schmerzlich` Schrei.

Träume sind nun ihr Begleiter,
Grimassen fern der Wirklichkeit.
Hohe Mauern ihre Beschützer,
eingekerkert ist ihr Lebenswille.

Nur an einem Sommermorgen,
nahm man ihr das ganze Leben.
Für immer fort, wie’s einmal war,
was bleibt sind, quälend Fragen:

Wo warst du Gott als ich gequält?
Warum wurd` ich geschunden?
Warum nur ist so diese Welt?
Wo warst du Gott als ich gequält?

Und niemand kann Antwort geben,
weil niemand eine Antwort weiß.
Und niemand die gerechte Strafe finden,
denn niemand ist dazu bereit.

Der Mensch, er spricht so leicht:

„Es wird schon irgendwann vergehen,
die Zeiten heilen Wunden“

Doch, bleibt ihre Seele für alle Ewigkeiten,
geschunden!

11Okt17

19 Uhr… Ich habe Feierabend

Ich muss es aufschreiben, um zu verarbeiten.
Warum auf einmal?
Mache ich diesen Job doch mittlerweile 6 Jahre:

Es geht tief…
So tief…
In meine Seele

Ihre Augen sind geschlossen,
die so vieles in ihrem Leben gesehen haben.

Verkrampft, liegt sie mehr als sie sitzt,
in Ihrem Pflegerollstuhl.

Dünn, ausgemergelt ist ihr alter Leib,
der so viele Narben durch die Zeiten trug.

Ihre Beine sind verformt…
Von den unsagbaren, jahrelangen Schmerzen,
von permanente Krampfanfällen
die sie uns nicht beschreiben kann…
denn…
…ihr Mund ist stumm.

Hat sie jetzt Schmerzen,
in diesem Moment?
Hat sie keine Schmerzen?
Wie nimmt sie
ihr unkontrollierbares Leben wahr?

Und wieder krampft sich ihr geschundener, winziger Leib zusammen…

DIESE VERDAMMTEN KRAMPFANFÄLLE!!!!
Kein Schrei von ihren Lippen,
kein Flehen, kein Bitten…
…um Erleichterung!

Ich reiche ihr das Abendbrot an.
Irgendetwas ist anders in mir,
nicht wie sonst die Tage.
Meine Seele schmerzt spürbar!

Eine viertel Scheibe Toast mit Leberwurst,
ein viertel Scheibe Toast mit Streichkäse.

Mit heißer Brühe,
vermenge ich die viertel Scheibe mit Leberwurst
…zu einem Brei.
Während ich anreiche, rede ich mit ihr;
leise und wohlbedacht auf meine Worte.

Ihre alte, faltige, blau…
…mit geplatzten Adern, weiche Hand
sucht eine Nähe…
…meine Nähe…
Die Nähe einer vertrauten Stimme.

Ich muss schlucken.
Ihre Augen öffnen sich…
…sie schaut mich an,
spürt sie meinen Mitleidsschmerz?

Ich flüstere…
…beinahe sanfte Worte, tröstende Worte.

Sie nimmt meine Worte wahr.
Streichelt meine Hand,
als wolle sie MICH… trösten

Ich verberge meine Tränen…
Ihr Tränen rinnen…
Wässrige Augen schauen mich besorgt an.

Sie schämt sich nicht ihrer Tränen.

Ihre Augen, sind ihre Stimme.

Man muss nur in Ihnen lesen können,
tief in ihnen schauen…
…und zuhören!

Doch… die Zeit!
„SIE IST GETACKTET“
Scheißegal…
…ich nehme mir die Zeit!!!

12Okt17

Glaube, und sei geduldig

Ich würde dieses nicht öffentlich machen,
hätt’ Ichs nicht am eigenen Leibe erfahren!

Wenn du mal nicht schlafen kannst,
weil das Herz dich nicht lässt.
Wenn du mal nicht schlafen kannst,
weil Sorgen dich bedrücken.

Denke an das Schöne im Leben…
…an die, die dich lieben.
An die Einzigartigkeit Deines Seins
An das Unausweichliche: Deine Existenz!

Glaube an das Wunder des Lebens,
an das: „einfach nur zu SEIN.“

Wenn sich manche Wünsche nicht erfüllen,
Sehnsüchte nicht Wirklichkeit werden.
Wenn Träume, Träume bleiben,
und du nur mühsam deinen Schlaf findest…

Gibt es doch immer einen Morgen…
…wirst du immer dem Tag entgegentreten.

Die Sonne geht wie jeden Morgen auf,
der Sternenhimmel, wie seit Millionen Jahren…
…scheint wie starr

Frühling, Sommer, Herbst und Winter,
sie reihen sich seit Ewigkeiten schon…

Die Gezeiten…
…nehmen wie immer ihren Lauf.

Träume, Wünsche…
…können Realität, Wirklichkeit werden.
Darum...
…und warum auch nicht…
Was hindert Dich daran?
…zu glauben, „auf Deine Weise!“

Du stehst jeden Morgen auf:
Nun ja, im Stillen, manchmal ungläubig…
zweifelnd, skeptisch gehst Du dem Tag entgegen…
…doch…
Träume, Wünsche…
…erfüllen sich nicht einfach so…
Du musst geduldig sein…
…und… AN DICH GLAUBEN.
Spürst du es…


Dein Herz wie es schlägt?
dein Atem, wie er durch deine Lungen strömt?
Das Blut, wie es durch deine Adern flutet?
spürst du es pulsieren?

Fühlst du es?

Fühlst du die wärmende Sonne?
wie sie dich streichelt?
Die vertraute Hand dich berührt,
fühlst du, was dich umgibt?

Siehst du es?

Siehst du das Leben?
Dein Leben wie es rinnt?
Siehst du die Schönheit…
…die Einzigartigkeit dieser Welt?
Schaust du hinter die Fassade…
Die Fassade mancher…
…leidenden Wesen?

Träumst du es?

Träumst du nur dein Leben?
Träumst du deine Liebe?
Träumst du nur deine Träume?
Deine Sehnsüchte; nur Sehnsüchte?
..mutlos, sich seinen Träumen zu ergeben?

Lebst du es?

Lebst du den Augenblick?
Oder bist du blind für Leben?
Für die Liebe, die Leidenschaft?
Lebst du dein Verlangen?
Oder auf dein Schicksal zu hoffend…
…es geschieht so oder so?

Träume, Wünsche und Glaube versetzten keine Berge
doch…
…ist es oft das Unscheinbare; winzige Dinge des Lebens, die Glück bedeuten

18Okt17

Herbsttod

Zu vielen Gedichten gehört auch eine Geschichte: 2010 verstarb mein Vater. Davor die Zeit, in der die Dunkelheit und die Sinnlosigkeit des Lebens die Meine war, war er mein Fels in der Brandung.

Novembergrau so ist der Morgen
Am Wegerand ein Rinnsal fließt
Der Himmel ist mit Krähen behangen
Ihr Schrei ist’s, der den Tag begrüßt.

Meinen Kragen hochgezogen
Der Schirm verdeckt mein Gesicht
Welch Trübsal graut an diesem Morgen
Doch mein Gemüt berührt es nicht.

Das letzte Blatt es sank vom Baum
Hernieder fiel es, keiner sah' s
Es viel herab, das letzte Leben
Um zu vermodern auf dem Grab.

Am grauen Morgen halt ich inne
Unter dunklen Wolken im Sturmesweh`n
Dort weine ich im Herbstes Winde
Um meines Vaters…
…und mein Leben!

01Okt17

Zeit

Immer auf dem Weg, auf der Suche
Nach der Ewigkeit?
Nach der Unendlichkeit?
Was ist die Ewigkeit, die Unendlichkeit?
Man kann sie nur erahnen
Am Horizont?
Doch zu weit, nie zu erreichen

Die Zeit

Sie läuft uns davon
Keiner kann sie halten
Niemand ist ihr mächtig
Sie umschlingt uns
Lässt uns nicht los
Schaue zurück
Wehmut im Herzen
Versteinert bleibt die Erinnerung
Es gibt kein Zurück
Niemals

Doch ist es nicht das Ende
Es ist der Anfang
Nicht zu spät für Neues
Man muss es nur wagen
Über seinen eigenen Horizont hinaus
Das ist der Weg

Danach habe ich gesucht
Nicht nach der Ewigkeit, nicht nach der Unendlichkeit
Das Leben findet jetzt statt
Hier, in diesem Moment

Ich weiß, er kommt nicht wieder
Aber ich habe gelebt
In diesem Moment
Lebe ich
Irgendwann beginnt die Ewigkeit, die Unendlichkeit
doch bis dahin ist noch….

…Zeit

24Okt17

Ich zog übern Regenbogen

Als Kind zog er mich magisch an
ich sagte mir…
…dies ist mein Traum
über ihn möchte ich wandern…
…irgendwann

Versucht hab Ichs allemal
lief über Wiesen, sprang übern Zaun
doch war er fort…
…als ich zu ihm kam

Immer wieder Jahr um Jahr
lief ich dem Regenbogen hinterher

Oh wie oft war er mir nah
doch erreicht…
…hab ich ihn nie
Ich wünschte es mir so sehr
wollt drauf laufen…
…das war mein Ziel

Vorbei zogen schnell die Zeiten
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
…ich schaute noch immer in die Weiten
wenn so mächtig…
…er in vielen Farben sich wölbte

Mein Haar glänzte grau
mein Sehnen wurde schlimmer
Die Zeit sie blieb nicht stehn…
…so gern ich es auch wollte

Mein Ende war nun baldig…
…mein Sehnen nicht mehr fern
Empor ragt er nun:
Stolz
leuchtend
gen Ewigkeit
Gebrechlich zog ich ihm entgegen…
…auf den Berg

Dort war er so greifbar…
…wie nie im Leben zuvor
es war als fragte er
….bist du bereit?
Ja… ich schritt übern Regenbogen
…zum Himmelstor

Nun schau` ich auf die Erde hinab:

Ach ihr Menschen, begehrt nicht mein Sehnen
trachtet nicht wie ich…
…ein ödes Leben lang
…dem träumend Regenbogen hinterher

Wünsche sollten vor dem Tod geschehen
Nachholen…
…kannst du` s nimmer mehr!

31 Okt17

Traumerinnerung

Nicht jeder kann seinen Traum leben
Doch wer träumt nicht gern

In jener Welt, in der alles möglich erscheint
In jener unergründlichen Welt
In dem jeder wird, was er nie war
Wo der Unscheinbare zum Held wird

In dem die Liebe ohne Grenzen scheint
Erfüllung zur Erfüllung wird
Nähe so unwahrscheinlich nahe ist

Glücksgefühle erscheinen im Dunkel
So wie sie kommen
Schwinden sie…
Die Realität gibt es nicht

Wozu sind Träume da?
Wir beeinflussen sie nicht
Oder doch?
Die Tiefe des Unterbewusstseins…
…unsteuerbar

Ist es nur ein Gefühl?
…so ist es doch ein Gefühl
Ist es ein Augenblick?
…so ist es doch ein Augenblick

Unsere Träume
In denen wir alles sein können
Diese Traumaugenblicke
In denen wir alles sind
…wahrnehmen!
Die Vergangenheit…
…holt uns dort ein
Die Gegenwart…
…wird zur Illusion
Die Zukunft…
Die uns bange macht…
uns hoffen lässt…
…wird in Frage gestellt

Wir werden wach
Der Tag- der Alltag
Alles beginnt von vorn

Doch…
…Traumerinnerung
So schnell einteilt die Zeit

Wo sind sie hin die Jahre?
Vergangenheit…
…es war einmal
Nun ist es heut…
…und ich stelle mir die Frage:

Warum vergeht die Zeit so rasch?
War Ich nicht erst ein Kind?
Meine Jugendzeit, wann war das?
Ein Eiskristall…
…im lauen Wind?

Erinnerungen jener Zeit
An Sturm und Drang…
…Liebe, Leid
Nur sind eingeteilt diese Jahre
Denn…
…es hat alles seine Zeit

Der Frühling…
…ja ich erinnre mich
Die ersten zarten Triebe
Der erste lang ersehnte Kuss
Ach…
…meine erste große Liebe:

Zärtlichkeiten im Verborgenen
Händchen halten nur im Dämmer
Lauschten dem Sang des Verbotenen
Doch nichts bleibt für immer

Der Sommer…
…Ja, ich erinnre mich
Es war die Zeit des Verstehens
In der Blüte meines Lebens
Voll Tatendrang und Träume…
…es war nichts vergebens

Vergessen ist des Zeiten Drang
Eine Neue bricht nun an
Ich habs erlebt…
…ich weiß Bescheid
Ich tanzte viele Sommer lang

Der Herbst…
…ja… hier und heut…
…jetzt, meine Zeit
Doch, weder Welk` ich…
…noch vergeh` ich
Und die Ewigkeit…
…sie ist noch weit.

Mein neues Leben…
…es ist so spannend
Es gibt soviel zu erfahren

Bis die Zeit mich ruft…
…irgendwann…
…werde ich im Regen tanzen

Nun versteh` ich meinen Lebenssinn
Mein Wirken hier auf Erden
Weil mein Schicksal es so wollte…
….das ich bin
Das…
…was ich hinterlassen werde…

08Nov17

Es ist so einfach

Es ist so einfach nach vorn zu schauen
Doch leidvoll zurück zu blicken
Denn alles ist schon getan, unwiderruflich
…und ruft nur Tränen, trauern hervor

Verlorenes ist verloren
Vergangene Träume nagen
bleiend bleibt ein Fleck im Herzen
Erinnerungen, sind deiner Seele Qualen
Sag dich frei von deinem Kummer

Nach vorn schauen, begierig
Um die Welt neu zu entdecken
Hab nur Mut und sage dir
„Ich lebe jetzt, hier… lebe Ich
Gibt es doch noch so viel zu tun
Wunderbares zu enträtseln

Rufe es zurück in deine Gedanken
Warte nicht auf Wunder
sei du dein Wunder selbst
Die Schöpfung, das Sein, dein Leben
Spüre mit all deinen Sinnen, schau nicht zurück
Es ist so einfach nach vorn zu schauen

22Nov17

Verweilend Zeit

Flüsternd lauschend jene Zeit
wo ist’s nur hin verweilend Glück
Sorgen, Not, du mürber Geist
kein Müßiggang kein ruhend Blick?

Plauschend harren ein Glas Wein
besinnend auf des Menschen zu sein
sich auszuruhen im schattig Hain
am Müßiggang sich nur erfreu`n

Zerstäuben manche Sorgenfalten
im Einfachen dahin nur Schwelgen
träumend nach den alten Zeiten
Worten lauschend Sinn erkennen

Welch` Last in jedem inne wohnt
nicht fragend nach des Lebens- Sinn
Des Lebens- müd`, kein stilles Stund’
Ach weilend Zeit wo bist du hin?

Dein Mund er gaukelt Glück dir vor
Doch Augen lügen nicht
Die Seele ist dein Sehnsuchtstor
Sie öffnet dir dein Weg zum Licht

25Nov17

Melancholie

Lausche der leidenschaftlichen Einsamkeit
Sie ist die Musik des Herzens in stillen Stunden
Bereit sein, sich hinzugeben…
…der Schweigsamkeit
Eins sein mit sich…
…dem Dasein entschwinden

In der Leichtigkeit deines Seins…
…der Erde entfliehen
Treiben auf den sanften Wogen des Stromes
Die Arme heben, wiegend im Winde sich biegen
Träumend folgen…
…den Farben des Regenbogens

Verschmelzen im mondeszartem Sommerhauch
Fließend, schwerelos zergeh’ n im ewigen Nichts
Wandelnd Gedanken verwehen wie Staub
Der Gegenwart die Zeit gebieten

Vom Fluge der Fantasie getragen
Weit hinfort einer fernen Illusion
All` Sinne spüren ohne zehrend` Fragen
Entgegenfliehen der Vergangenheit davon

Bejahend, mutig die Seelenflügel spannen
Einklang mit sich…
…Frieden finden
Melancholie stellt niemals Fragen
Sie lässt dich manchmal fort nur tragen

26Nov17

Das Leben

Wie wunderbar ist doch unser Leben
so sind wir einzigartig im Gestirn
Ist der Mensch auch nicht vollkommen
…und sind wir auch nur eine Zeit auf Erden
Du musst ihn spüren…
…Deinen Lebensfunken

Wir sind nur ein Teil vom Weltenall
ein Milliardenpuzzle, Mikroben klein
Ersetzbar sind wir, auslöschbar
In Millionen Jahren…
…ein Sekundenschall
Zu jedem Zeitpunkt…
…ein schmelzend Eiskristall

Verbissnes Ringen, ums Bestehen
nicht bewusst der Lebensflamme
Nur ein Wassertropfen…
…im Weltenmeer
Ein Eiskristall in der Morgensonne
…ach, wie vergänglich sind doch wir

Doch…
jeder Atemzug bedeutet Existieren
Schmecken, Fühlen, Tasten, Riechen, Sehen
Die Elemente des Lebens musst du wahrnehmen
Den Ursprung Deines Seins…
…erkennen
Um Deinen wahren Sinn…
…zu verstehen

Jeden Augenblick solltest Du genießen
Denn…
…das Jetzt ist schon Vergangenheit
Wie schnell vergehen doch die Zeiten
so nutzte jede Gelegenheit
und lass dein Leben…
…in dir reifen.

Gleite einfach nur dahin
lass dich treiben von der Schönheit dieser Welt
Frag nicht immer nach aller Lebenssinn
Leg dich einmal unters Sternenzelt
weißt du noch…
…wie es war als Kind?

Wie wunderbar ist dieses Leben
mit all der Schöpfungskraft, die uns umringt
Spürst du…
Wie das Blut durch Deine Adern fließt?
ach, sei einfach mal wieder Kind
und nehme wahr…
…wie einzigartig Du doch bist

28nov17